Ägyptischer Politiker; Offizier, gehörte dem “Komitee der freien Offiziere”an, das 1952 die Monarchie stürzte. Von 1957 bis 1961 war er Generalsekretär der Nationalen Union, 1960/61 und erneut von 1964 bis 1969 Parlamentspräsident, von 1962 bis 1964 Mitglied des Präsidentschaftsrates sowie 1969/70 Vizepräsident. 1970 wurde er Nachfolger Nassers als Staatspräsident und 1976 wiedergewählt; 1973/74 und seit 1980 war er zugleich Ministerpräsident. Sadat schloß im Zuge seiner Politik eines friedlichen Ausgleichs 1979 einen Friedensvertrag mit Israel. 1978 erhielt er gleichzeitig mit dem israelischen Ministerpräsidenten Menachim Begin den Friedensnobelpreis.
Kairo, auf dem Areal des Grabes des Unbekannten Soldaten

Chilenischer Politiker (Sozialist); von Haus aus Arzt; betätigte sich bereits während des Medizinstudium an der
Universität von Chile in den 1920er Jahren politisch und beteiligte sich an Protesten gegen die Diktatur des Obersten Carlos Ibáñez del Campo. Nach der gewaltsamen Niederschlagung des gegen die Militärdiktatur geführten
Aufstandes wurde er verhaftet, jedoch später wieder aus der Haft entlassen. 1933 wurde er Mitbegründer der Sozialistischen Partei Chiles. 1937 wurde er in den Kongreß gewählt und war von 1939 bis 1942 Gesundheitsminister.
1945 wurde Allende in den Senat gewählt, dem er 25 Jahre lang angehörte. Er wurde dreimal als Präsidentschaftskandidat seiner Partei, der Frente Revolucionario de Acción Popular
(Volksfront), aufgestellt, gewann allerdings erst bei seiner vierten Kandidatur im Jahr 1970 mit knapper Mehrheit, unterstützt von linken Gruppierungen. Als Präsident begann er mit einer Neugestaltung der chilenischen Gesellschaft, indem
er Maßnahmen zur Verstaatlichung von Industrie und Handel ergriff, wobei diese Maßnahmen auf heftigen Widerstand sowohl der Rechten als auch der radikalen Linken stießen. Zur Eskalation kam es, als die Inflation zunahm und die
Vereinigten Staaten, die ihre Interessen gefährdet sahen, sich in die Politik Chile einzumischen begannen. Als sich auch der Mittelstand von Allende und dessen sozialistischem Wirtschaftsprogramm bedrängt sah, kam es zum blutigen
Putsch des Generals Pinochet Ugarte, in dessen Verlauf Allende - vermutlich durch Selbsttötung - ums Leben kam. Die chilenische Schriftstellerin Isabel Allende (*1942) ist die Nichte Salvador Allendes - nicht zu verwechseln mit der
gleichnamigen Tochter Allendes.
Santiago de Chile, Cementerio General

Südkoreanischer Staatspräsident (1961-79); der Sohn eines Bauern diente während der Besetzung Koreas durch Japan als Soldat in der japanischen Armee. Nachdem Korea seine Souveränität wiedererlangt hatte, trat er der neugegründete koreanischen Armee ein, studierte an einer Militärakademie, wurde 1946 zum Hauptmann befördert. Er nahm am Koreakrieg teil und machte rasch Karriere bis zum Rang eines Brigadegenerals. Als 1960 d er autoritär regierende Präsident Syngman Rhee durch Studentenunruhen zum Rücktritt gezwungen war, brachten Neuwahlen zwar den Sieg der oppositionellen Demokratischen Partei unter der Regierung Yun Bo-seons, doch wurde sie bereits 1961 durch eine Militärjunta gestürzt und die demokratischen Institutionen beseitigt. Park Chung Hee übernahm die Macht als Staatspräsident und stärkte die autoritären Herrschaftsstrukturen durch mehrere Verfassungsänderungen. Park Chung Hee regierte sein Land zwar mit eiserner Faust und unterdrückte jegliche Demokratisierungsbewegungen, führte es jedoch zugleich auf einen erfolgreichen Weg hin zur Modernisierung und Industrialisierung und legte damit die Grundlage eines Aufstiegs in die Riege der asiatischen Tigerstaaten. Am 22.6.1965 war ihm zudem mit der Unterzeichnung eines Grundlagenvertrages mit Japan eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Japan und der Republik Korea gelungen. Zweimal wurde er wiedergewählt 1967 wurde er wiedergewählt und nach einer Verfassungsänderung, nachdem er den nationalen Notstand ausgerufen hatte, im Amt als Präsidenten bestätigt. 1972 verhängte er das Kriegsrecht und ersetzte die Verfassung durch eine neue, die Position des Präsidenten noch weiter stärkende, und wurde 1973 und 1978 erneut zum Präsidenten gewählt. Währenddessen wurde seine Herrschaft zunehmend diktatorisch und repressiv gegenüber der Opposition, und im Oktober 1979 wurde er von seinem Sicherheitschef Kim Jae-Kyu ermordet, nachdem zuvor bereits ein Attentat auf ihn scheiterten (August 1974). Nach Parks gewaltsamen Tod wurde Choi Kyu Hah Staatspräsident.
Seoul, OT Dongjak-gu, National Cemetery


Kroatischer Politiker (Faschist); von 1941 bis 1945 Führer des kroatischen Ustaschastaates NDH (Nezavisna Drzava Hrvatska = Unabhängiger Staat Kroatien). 1929 ging er in das von Benito Mussolini regierte faschistische Italien, um von dort aus die jugoslawische Königsdiktatur zu bekämpfen. Dort leitete er die kroatische Unabhängigkeitsbewegung Ustascha, die an der Ermordung König Alexanders I. von Jugoslawien und des französischen Außenministers Louis Barthou in Marseille bei einem Staatsbesuch am 9.10.1934 beteiligt war. Nachdem Jugoslawien im April 1941 kapituliert hatte, wurde er von den Achsenmächten zum Staatsoberhaupt des ihm neugeschaffenen Unabhängigen Staates Kroatien ernannt und bereits am 6.6.1941 von Hitler auf dem Obersalzberg empfangen. Zwar mußte er einerseits einen großen Teil der kroatischen Küste (Istrien, Kvarner-Bucht, Dalmatien) und den Gorski Kotar an Italien abtreten, andererseits erhielt er größere Gebiete mit mehrheitlich kroatischer Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina und Syrmien. Er ließ in diesem Gebiet einen planmäßigen Völkermord an Serben, Juden, orthodoxen Christen sowie kroatischen und muslimischen Systemgegnern durchführen. NAch dem Ende des Zweiten Weltkrieges floh er über Österreich und Italien nach Argentinien, wo er eine Exilregierung gründete. Zugleich wurde er In Jugoslawien in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Bei einem Attentat in Argentinien wurde er 1957 verletzt und starb in Spanien an den Spätfolgen seiner Verletzungen.
Kubanischer Politiker; aus bescheidenen Verhälnissen stammend, besuchte er keine reguläre Schule, da er bereits als Kind tagsüber arbeitengehen mußte, sondern versuchte sich nachts aus eigenem Antrieb weiterzubilden. Nachdem er nach Havanna gegangen war, schloß er sich 1921 der Armee an und stieg rasch in der Hierarchie auf. Nach dem Sturz von Präsident Gerardes Machado y Morales (1933) durch die “Sergeantenrevolte” wurde er unter der 100 Tage währenden Präsidentschaft Ramón Graus (*1887, †1969) Stabschef der Armee. 1934 zwang er Grau zur Abdankung. Als eigentlicher Machthaber im Staate herrschte Batista fortan mit diktatorischen Mitteln und war “Präsidentenmacher”, bis er schließlich 1940 selber Präsident wurde. Als bei den 1944 nach Ablauf seiner Präsidentschaft stattfindenden Wahlen Batistas Wunschkandidat von Grau geschlagen wurde, ging Batista für acht Jahre in den Vereinigten Staaten ins Exil. Nach seiner Rückkehr stürzte er durch einen Militärputsch den amtierenden Präsidenten Carlos Prío Socarrás (*1903, †1977), ernannte sich selbst erneut zum Präsidenten und setzte die Verfassung außer Kraft. Den von der Sozialistischen Volkspartei (ehem. Kommunistische Partei Kubas) ausgerufenen Generalstreik schlug Batista mit Waffengewalt nieder. Auch einen Umsturzversuch durch Fidel Castro Ruz (*1926) im Jahre 1953 konnte er erfolgreich niederschlagen. Fünf Jahre später, am 31.12.1958, wurde Batista durch Fidel Castro unter Mithilfe Che Guevaras aus seinem Amt vertrieben und floh einen Tag später mit einigen Gefolgsleuten zunächst in die Dominikanische Republik, bevor er später ein dauerhaftes Exil in Portugal und schließlich in Spanien fand, wo er an einem Herzinfarkt starb.
Madrid, Cementerio San Isidro
Madrid, Cementerio San Isidro


Primo de Rivera, José Antonio Marqués de Estella
Spanischer Politiker (Faschist); Sohn des Generals und 1930 abgesetzten Diktators Miguel Primo de Rivera (*1870, †1930), der in Absprache mit König Alfons XIII. 1923 eine über sechs Jahre währende Militärdiktatur errichtet hatte; gründete zusammen mit seiner Schwester Pilar am 29.10.1933 in Madrid die Falange, deren Hymne Cara al Sol er selbst dichtete. Nach seiner Verhaftung durch Organe der Republik im März 1936 wurde er in einem Schauprozeß zum Tode verurteilt und am 20.11.1936 nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges erschossen. Sein Nachfolger als Führer der Falange wurde 1937 der Generalissimus Francisco Franco.
Guadarrama, Valle de los Caídos


