

Ungarischer General; zeichnete sich wiederholt im Unabhängigkeitskrieg von 1848/49, in dem Ungarns sich von Österreich zu lösen versuchte, aus. 1849 wurde er Oberbefehlshaber der ungarischen Armee, eroberte Budapest zunächst zurück, mußte aber, als die Russen den Österreichern zu Hilfe kamen, bei Világos (heute Siria, Rumänien) kapitulierten. Görgey wurde nach seiner Kapitulation begnadigt und in Klagenfurt interniert, wo er bis 1867 als Privatmann und Chemiker in der Moroschen Tuchfabrik tätig war, bis er 1872 nach Ungarn zurückkehrte und dort bei der Eisenbahnlinie Schäßburg-Reps der Siebenbürgischen Ostbahn angestellt wurde.
Budapest, Kerepesi Temetö
Deutscher Jagdflieger; Sohn eines einer hugenottischen Familie entstammenden Luftwaffen-Generalmajors; meldete sich 1938 freiwillig zur Luftwaffe. Nach
Einsätzen 1940 an der Kanalküste und Teilnahme an der “Luftschlacht um England” kam er im April 1941 nach Nordafrika. Am 22.2.1942 erzielte Marseille als erfolgreichster Pilot seines Geschwaders den 50. Abschuß und wurde mit dem Ritterkreuz
des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet und zum Oberleutnant befördert. Bereits knappe vier Monate später verkündete das Jagdgeschwader 27 seinen 100. Abschuß. Insgesamt erziehlte Marseille - zuletzt im Range eines Hauptmanns - 158
Luftsiege in 388 Feindflügen. Marseille starb auf dem Rückweg von einem Feindeinsatz, als er aus dem Flugzeug, dessen ölverschmierter Motor Feuer gefangen hatte, mit dem Fallschirm absprang und dabei von dem Leitwerk seiner eigenen Maschine
getroffen wurde. Von den Italienern wurde eine Steinpyramide über seiner Ruhestätte auf dem Kriegerfriedhof in Derna errichtet. Über sein kurzes Leben kam 1957 ein Film mit dem Titel Der Stern von Afrika mit Joachim Hansen
in der Rolle Marseilles sowie Marianne Koch (*1931) und Hansjörg Felmy in die Kinos.

Messerschmitt vom Typ Bf 109 F-4/trop, W.Nr. 8673 geflogen von H.-J. Marseille im September 1942
(Bild: Herbert Ringlstetter)![]()
Hinweis: Marseille wurde zunächst in Derna beerdigt. Nach dem Krieg wurden die sterblichen Überreste nach Tobruk ins dortige Ehrenmal des Afrikakorps überführt und beigesetzt.
Berlin, Friedhof Alt-Schöneberg

Französischer Marschall; Herzog von Auerstaedt (seit 1808), Fürst von Eckmühl (seit 1809); in Brienne war er Mitschüler Napoléons ; 1788 wurde er Leutnant in einem Kavallerieregiment. Der Revolution schloß er sich mit Begeisterung an und wurde 1791 Chef eines Freiwilligenbataillons. Im Juli 1793 wurde er zum Brigadegeneral ernannt, mußte dann aber die Armee verlassen, da lt. Dekret alle ehemaligen Adligen aus der Armee auszuschließen seien, erhielt jedoch nach dem 9. Thermidor seine Rang wieder und kämpfte 1795 in der Rheinarmee, geriet beim Fall von Mannheim in Gefangenschaft, wurde aber nach einigen Monaten wieder ausgewechselt. An der Seite Napoléons war er an den französischen Kriegshandlungen in Italien und am anschließenden Ägyptenfeldzug beteiligt. 1800 erfolgte seine Ernennung zum Divisionsgeneral und zum Oberbefehlshaber der Kavallerie der italienischen Armee. Im Oktober 1805 befehligte er das 3. Korps der Armee in Österreich und nahm an der Schlacht von Austerlitz teil und am 14.10.1806 schlug das preußische Hauptheer in der Schlacht bei Auerstedt und wurde aus diesem Grunde zum Herzog von Auerstedt erhoben. 1809 hatte er entscheidenden Anteil an den Siegen über die Österreicher bei Eggmühl und Wagram. Nach dem Rückzug der napoléonischen Truppen aus Rußland, wo Davoût u.a. in der Schlacht von Witebsk gekämpft und auf dem Rückzug an den Schlachten bei Eylau, Heilsberg und Friedland in Ostpreußen teilgenommen hatte und zum Generalgouverneur des Großherzogtums Warschau ernannt worden war, besetzte er von Mai 1813 bis Mai 1814 Hamburg. Sein dortiges, strengen Regiment brachte ihm den wenig schmeichelhaften Beinamen " Robespierre von Hamburg" ein: er hatte die Stadtkasse plündern lassen, mehr als 20.000 Menschen aus der Stadt treiben und die Wohnungen von mehr als 8.000 niederbrennen lassen, nachdem zuvor bereits zahlreiche Festnamen und Hinrichtungen durchgeführt worden waren. Während der “Hundert Tage” war er Kriegsminister Napoléons. Als die allierten Truppen nach ihrem Sieg über Napoléon bei Waterloo gegen Paris vorrückten, schloß Davoût - inzwischen zum Oberbefehlshaber ernannt - mit Blücher und Wellington am 3.7. eine Militärkonvention, in der es sich verpflichtete die französische Armee hinter die Loire zurückzuführte. Er übergab das Kommando Marschall Macdonald und stellte sich am 14.7. Ludwig XVIII. zur Verfügung, 1819 wurde er zum Pair von Frankreich erhoben.
Paris, Cimetière du Père Lachaise




Stephanskirchen, OT Baierbach am Simsee (Ldkrs.Rosenheim)
Dohna-Schlodien, Burggraf Nikolaus zu

Deutscher Marineoffizier und Freikorpsführer; trat 1896 in die Kaiserliche Marine ein, wurde 1899 zum
Leutnant und 1902 zum Oberleutnant zur See befördert. Nach der Niederschlagung des
Boxeraufstandes war er von 1901 bis 1902 auf das Kanonenboot SMS Tiger abkommandiert, das mit anderen Kriegsschiffen zum Schutz der deutschen Enklave Tsingtau (
Qingdao) in Ostasien stationiert war. Von 1910 bis 1912 war
Dohna-Schlodien Kommandant des Flußkanonenboots SMS Tsingtau. 1913 wurde er Navigationsoffizier auf dem Großlinienschiff SMS Posen, einem der von Großadmiral Alfred von Tirpitz im Rahmen der deutschen Flottenpolitik 1908 gebauten Großlinienschiffs. 1915 übernahm Dohna-Schlodien, inzwischen zum Korvettenkapitän befördert, den zu einem Hilfkreuzer umgebauten
Bananenfrachter Pungo der Hamburger Reederei F. Laeisz, der unter dem Namen SMS Möwe von der kaiserlichen Marine übernommen wurde. Auf zwei Kaperfahrter
(Dezember 1915 bis März 1916 und von November 1916 bis März 1917) wurden 20 Handels- und Kriegsschiffe mit insges. ca. 220.000 BRT versenkt, sowie Goldbarren im Wert von einer Million Reichsmark erbeutet. Nach der Rückkehr von seiner zweiten
Kaperfahrt wurde Dohna-Schlodien zum Flügeladjutanten Kaiser Wilhelms II.
ernannt. Neben dem SMS Wolf unter der Führung von Karl August Nerger
erfolgreichsten Hilfskreuzer und Felix Graf Luckner mit dem Segler SMS Seeadler zählt Dohna-Schlosien zu den erfolgreichsten Kapitänen der kaiserlichen
Marine während des Ersten Weltkriegs. Nach dem Krieg befehligte er ein Freikorps, das 1919 in Oberschlesien gegen polnische Freischärler kämpfte. 1919 nahm er seinen Abschied und ließ sich in Hamburg, später in Baierbach nieder.

Tettenborn, Friedrich Carl Frhr. von

Reitergeneral; studierte zunächst in Waltershausen und anschließend an den Universitäten Göttingen und Jena Forstwissenschaft. Er trat 1794 zunächst in österreichische Militärdienste ein und stieg in den französischen Revolutionskriegen schnell zum Rittmeister auf. Im Österreichisch-Französischen Krieg befand er sich 1805 beim Heer unter Mack, dessen Heer in der der Schlacht von Elchingen geschlagen wurde, und konnte sich mit Rsten des geschlagenen Heeres in das befestigte Ulm durchschlagen, das sich aber am 20.10.1805 den Franzosen ergeben mußte. In der Schlacht bei Wagram (1809) wurde er zum Major ernannt. Nach dem Wiener Frieden begleitete er den Fürsten Schwarzenberg nach Paris. Bei dem Ausbruch des russischen Kriegs 1812 trat er als Oberstleutnant in die russische Armee ein. An der Spitze der Vorhut von Kutusow rückte er nach dem Abzug der napoleonischen Truppen wieder in Moskau ein und verfolgte dann mit einer leichten Reiterei die Franzosen bis an die Beresina, nahm dann Vilnius ein, überschritt die Memel, drängte MacDonald durch Ostpreußen zurück und besetzte Königsberg. Zum Obersten ernannt, ging er darauf über die Weichsel und Oder und rückte, nachdem er sich in Landsberg mit dem General Tschernischew vereinigt hatte, in Berlin ein. Von da wurde er nach Hamburg entsandt, das er am 18. März 1813 besetzte, es am 30. Mai allerdings dem anrückenden Davoût überlassen mußte. Darauf focht er unter Wallmoden gegen Davout und gegen Pécheux, nach dessen Niederlage er am 15. 10. Bremen nahm. Im Januar 1814 wurde er beauftragt, mit einem Korps leichter Reiterei in Frankreich die Verbindung zwischen den einzelnen Heeren der Alliierten herzustellen. Nach dem Friedensschluß zog er sich auf seine Güter zurück, und 1818 trat er aus den russischen in badische Dienste über und war an der Beilegung von territorialen Strittingkeiten zwischen Baden und Bayern und war außerdem bei Einführung einer Verfassung beteiligt. 1819 ging er als Gesandter nach Wien.
Wien, Allgemeiner Friedhof Währing (jetzt Währinger Park)

Poniatowski, Jósef Ksiaze Fürst

Polnischer General und Marschall von Frankreich; Sohn eines in österreichischen Diensten stehenden Generals; Neffe des polnischen Königs Stanislaus II. August; trat 1780 in das österreichische Heer ein, in dem er rasch befördert wurde. Im Januar 1788 war er an den Vorbereitungen des Krieges gegen das Osmanische Reich beteiligt und wurde im gleichen Jahr bei der Erstürmung der in der Nähe Belgrads gelegenen Festung Sabac verwundet. 1789 trat er in das polnische Heer über. Nach der Zweiten Teilung Polens im Jahre 1793 ging er ins Exil nach Wien und Brüssel. Im Folgejahr kehrte er nach Polen zurück und nahm am Aufstand unter General Tadeusz Kosciuszko gegen die Russen und Preußen als Divisionskommandeur teil. Der Aufstand endete mit einer Niederlagung und der Dritten Teilung Polens im Jahre 1795. Poniatowski zog sich ins Privatleben zurück. Nachdem Napoléon 1806 Preußen besiegt hatte, wurde Poniatowski polnischer Kriegsminister. Als nach den Friedensverträgen von Tilsit der Vierte Koalitionskrieg beendet war und 1807 unter dem sächsischen König das Herzogtum Warschau gegründet wurde, wurde Poniatowski Kriegsminister der Regierung in Warschau sowie Oberbefehlshaber der polnischen Truppen. Im Russischen Feldzug von 1812 führte er das polnische Korps der Grand Armée und deckte Napoléons Rückzug aus Rußland nach Westen, nahm an der Völkerschlacht in Leipzig teil. Dort wurde er von Napoléon am 16.10.1813 zum Marschall von Frankreich ernannt und deckte als Befehlshaber einer Nachhut den Rückzug der napoleonischen Truppen. Als er selber abziehen wollte, müßte er feststellen, daß die letzte Brücke bereits gesprengt worden war; er sah sich daher genötigt, den Fluß Elster mit dem Pferd zu durchschwimmen. Bei diesem Versuch ertrank der mehrfach verwundete Marschall.
Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel
Hinweis: Die Leiche Poniatowski wurde, nachdem sie erst am 24.10. aufgefunden worden war, zunächst in der Ratsgruft des Johannisfriedhofs beigesetzt. Im September 1814 wurden die sterblichen Überreste nach Warschau überführt und dort in der Heilig-Kreuz-Kirche bestattet. Erst im Juli 1817 wurden die sterblichen Überreste nach Krakau überführt und dort am 22.Juli beigesetzt..

