Bild: Rolfmueller (07/2008)

Meucci, Antonio Santi Giuseppe

 

  • geb. 13.4.1808 in Florenz
  • gest. 18.10.1889 in Staten Island (NY)

US-amerikanischer Erfinder italienischer Herkunft; besuchte die Akademie der schönen Künste und studierte anschließend Chemie und Mechanik und war ab 1833 als Hauptmechaniker an einem Theater tätig. Wegen seiner Sympathie für die revolutionäre Bewegung der Befreiung Italiens wurde er einige Monate inhaftiert. Nach seiner Freilassung verließ er seine Heimat 1835, um nach Kuba zu gehen. In Havanna arbeitete er erneut als leitender Theatermechaniker, widmete sich aber zugleich seinen Erfindungen; u.a. entwickelte er ein chemischen Verfahren zur Verarbeitung von Abwassern und gründete eine Galvanisierungsfabrik. Mit dem verdienten Geld unterstützte er die Revolution in Italien.  Nach Ablauf seines Vertrages 1850 siedelt er nach New York über. In Clifton (NY) gründete er 1851 eine Fabrik, in der Stearinkerzen hergestellt wurden, 1856 eine Brauerei für Lagerbier 1856 und 1860 eine Paraffinkerzenfabrik. Seit 1854 arbeitete er an einer ersten Fernsprechverbindung. Nachdem er aufgrund von Spekulantionen sein Vermögen verloren hatte, verkaufte seine Frau, während er wegen einer Verbrennung aufgrund einer Kesselexplosion im Krankenhaus lag, seine Entwicklungspläne seines Telefons. Als er es schließlich zum Patent anmelden wollte, konnte er die notwenigen Gebühren nicht aufbringen, so daß die Schutzfrist 1873 ablief. Einsprüche bei der Western Union Telegraph Company blieben fruchtlos; auch seine Unterlager erhielt er nicht zurück, sie waren angeblich verloren gegangen. Schließlich meldete 1876 Alexander Graham Bell sein Telefon zum Patent an. Trotz jahrzehntelanger Streitigkeiten gelingt es Meucci nicht, das Patent oder wenigstens finanzielle Entschädigungen von Bell zu erhalten. Meucci starb als verarmter Mann. Erst im Jahre 2002 erklärte der Kongreß der Vereinigten Staaten in einer Resolution, daß Antonio Meucci der Erfinder und erste Patentinhaber des Telefons sei.

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Staten Island (New York), Rosedale, Meucci-Museum

Bilder: Hajo Rackel (11/2008)

Messerschmitt, (Willy) Wilhelm Emil

 

  • geb. 26.6.1898 in Frankfurt am Main
  • gest. 15.9.1978 in München

Deutscher Flugzeugkonstrukteur; wuchs ab 1906 in Bamberg auf, wo seine Eltern eine große Weinhandlung mit Weinstube betrieben. Bereits mit 10 Jahren baute er Flugzeugmodelle. Bereits als Schüler baute er Gleitflugzeuge, die er mit Freunden selber ausprobierte. Entscheidend für seinen beruflichen Werdegang wurde seine Bekanntschaft mit  Segelflugpionier und Regierungsbaumeister Friedrich Harth, den er 1911 kennenlernte. Unmittelbar nach seinem Abitur wurde Messerschmitt im Jahre 1917 wurde er zum Militärdienst eingezogen. Nach dem Ende des Krieges studierte er von 1918 bis 1923 Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität München und gründete noch während seines Studiums die Messerschmitt Flugzeugbau GmbH in Bamberg, die neben Segelflugzeugen das Sportflugzeug „M 17“ und das motorisierte Verkehrsflugzeug „M 18“ entwickelte. 1927 wurde das Unternehmen mit der Bayerische Flugzeugwerke AG, BFW vereint, seit 1938 lautete die Firmierung Messerschmitt-AG, München und Augsburg. 1934 baute Messerschmitt das Reiseflugzeug Bf 108 “Taifun” in Leichtbautechnik und aerodynamischer Gestaltung, das 1939 den Höhenrekord mit 9.075 m erzielte. Ab 1934 entwickelte er den Jäger Bf 109, das als Me 109 meistgebaute Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Der nur für Rekordflüge entworfene Typ Me 209 hielt zwischen 1939 und 1969 mit über 755 km/h den Geschwindigkeitsweltrekord für Flugzeuge mit Kolbenmotor. In den Messerschmitt-Werken entstanden nach dem Zerstörer Me 110 das von A.M. Lippisch konstruierte Raketenflugzeug Me 163 “Komet”, das 1941 erstmals über 1000 km/h erreichte, und das erste (ab 1944) in Serie hergestellte Jagdflugzeug mit Turbinen-Luftstrahltriebwerk Me262. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges konstruierte Messerschmitt Fertighäuser und baute seit 1953 den von Fritz Fend entwickelten dreirädrigen Messerschmitt-Kabinenroller und ab 1956 dann wieder Übungs- und Kampfflugzeuge in Lizenz sowie Senkrechtstartflugzeuge. Ab 1969 firmierte das Unternehmen als Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH.

 

Messerschmitt vom Typ Bf 109 F-4/trop, W.Nr. 8673, geflogen von H.-J. Marseille im September 1942

(Bild: Herbert Ringlstetter)

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Bamberg, Hauptfriedhof

Bild: Jmcdermott224 (05/2008)
Bilder: Hans-Christian Seidel (11/2008)

Rohrbach, Adolf

 

  • geb. 28.3.1889 in Gotha
  • gest. 6.7.1939 in Kampen (Sylt)

Deutscher Flugzeugkonstrukteur; Sohn des Schuldirektors und Amateurastronomen Carl Rohrbach; arbeitete nach seinem Studium des Schiffsbaus an der Technischen Hochschule in Darmstadt zunächst als Monteur auf der Schiffswerft Blohm + Voss in Hamburg, bevor er 1914 Mitarbeiter Claude Dorniers bei der Luftschiffbau GmbH in Friedrichshafen und später Chefkonstrukteur der Zeppelin Flugzeugwerke in Staaken wurde. Hier konstruierte er während des Ersten Weltkrieges Großflugzeuge für den Luftkrieg gegen England. Nach dem Ende des Krieges konstruierte er weiterhin Großflugzeuge in Ganzmetallbauweise, darunter die Zeppelin E 4/20. 1922 gründete er die Rohrbach Metallflugzeugbau GmbH Berlin und konstruierte für die japanische Marine das zweimotorige Flugboot Ro II., das in der 1922 in Kastrup bei Kopenhagen gegründeten Niederlassung produziert wurde, da der Bau von Flugzeugen aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages in Deutschland verboten war. 1926 wurde das dreimotorige Verkehrsflugzeug Roland - jetzt wieder in Berlin - gebaut, das in den Flugzeugpark der Lufthansa übernommen wurde. 1928 startete das Flugboot Romar. Aus wirtschaftlichen Gründen verkaufte Rohrbach das Unternehmen an die DeSchiMAG, die es 1934 mit der Weser-Flugzeugbau GmbH vereinigte, und war in dem Unternehmen als Technischer Direktor tätig.

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Berlin-Stahnsdorf, Südwest-Friedhof

Berliner, Emil

 

  • geb. 20.5.1851 in Hannover
  • gest. 3.8.1929 in Washington (DC)

US-amerikanischer Elektrotechniker deutscher Herkunft; einer angesehenen jüdischen Kaufmannsfamilie entstammend; als seine Einberufung zum preußischen Militär unmittelbar bevorstand, wanderte er 1870 in die Vereinigten Staaten aus, wo er die Schreibweise seines Vornamens in “Emile” änderte. 1877 erfand er ein Kontaktmikrofon für Fernsprecher und war nun aufgrund seines gestiegenen Einkommens in der Lage, sich ein Labor einrichten zu können, in dem sich der Tüftler seinen technischen Interessen hingab. 1887 verbesserte er den Phonographen Thomas Edisons, bei dem noch auf Wachszylindern bzw. -platten aufgezeichnet wurde, durch Einführung von zunächst aus Hartgummi, dann Schellack bestehenden Schallplatten (ein von ihm so auf Deutsch geprägter Begriff), deren besonderer Vorteil in der praktisch unbegrenzten Reproduzierbarkeit lag. Zugleich gilt er auch als Erfinder des Apparates, auf dem die Platten abgespielt werden konnten. 1895 gründete Berliner in Philadelphia die “Berliner Gramophone Company”; sie produzierte die Platten als auch die entsprechenden Abspielgeräte. Nur drei Jahre später gründeten seine Brüder Joseph und Jacob in Berlin die “Deutsche Grammophon-Aktiengesellschaft” mit angegliedertem Fertigungsbetrieb in Hannover, wo Joseph residierte; dort wurden 1898 die ersten Tonträger in Massenproduktion hergestellt (Joseph Berliner hatte zugleich maßgeblichen Anteil an der Verbreitung des Telefons im Deutschen Reich); später kam in Hamburg ein weiterer Betrieb hinzu. Filialen wurden u.a. in London unter dem Namen “Gramophone Company”, erfolgreich auch mit Platten Enrico Carusos , oder die “Compagnie Française du Gramophone” in Paris gegründet. Emil Berliner verlegte später den Firmensitz unter dem Namen “Berliner Gram-O-Phone Company Montreal” von Philadelphia ins kanadische Montreal. Ab 1900 prangte auf seinen Produkten die Abbildung eines Foxterriers (namens Nipper), der angeregt den aus einem Schalltrichter eines Phonographen kommenden Tönen lauscht - mit dem Texthinweis: “His Master's Voice”. Berliner und sein Sohn Henry verwendeten für ihre Geschäftstermine oftmals Hubschrauber und gelten somit als Vorreiter der Hubschrauber-Fliegerei in den USA im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. Berliner hielt sich wechselnd auch in England und Deutschland auf.

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Washington DC, Rock Creek Cemetery

Bilder: Astrochemist (01/2007)
Bild: Kitty Elovsson (07/2008)

Westinghouse, George

 

  • geb. 6.10.1846 in Central Bridge (heute zu Esperance, New York)
  • gest. 12.3.1914 in New York City

US-amerikanischer Ingenieur, Erfinder und Industrieller; einer deutschstämmigen Familie entstammend, die aus Westfalen über England in die Vereinigten Staaten ausgewandert waren; der Vater betrieb eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen und kleine Dampfmaschinen; dort sammelte der junge Westinghouse erste Erfahrungen, die ihm später zugute kamen. Westinghouse, der ab 1861 wie seine Brüder auf Seiten der Union im Sezessionskrieg kämpfte, besuchte das Union College sowie die Universität in Schenectady (New York). Nach dem Krieg zog die Familie nach Pittburgh. Dort gründete er 1869 die “Westinghouse Air Brake Company” (WABCO). Seine erste bedeutende Erfindung war eine Vorrichtung, mit deren Hilfe entgleiste Eisenbahnwagen wieder auf die Schienen gesetzt werden konnte. 1867 erfand er die Eisenbahnluftdruckbremse, die er bis 1872 so verbessert hatte, daß sie selbsttätig wirkte und die   nach und nach von allen amerikanischen Eisenbahngesellschaften übernommen und ab 1893 Standard wurde. Außerdem konstruierte er mit Druckluft angetriebene und elektrisch gesteuerte Stellwerke für die Eisenbahn und entwickelte ein System zum Transport von Erdgas. Die Erfindung des Telefons durch Alexander Graham Bell im Jahre 1877 regte ihn an, sich auch auf diesem Feld zu betätigen. In diesem Zusammenhang beschäftigte sich mit dem Problem der Verteilung des elektrischen Strom über weite Strecken; das von Thomas Alva Edisons preferierte Gleichstromsystem erkannte er als zu ineffizient. Zusammen mit Charles Steinmetz ebnete er in den USA den Weg für die Einführung von Wechselstrom, der, durch die Verwendung eines Transformators hochtransformiert, einen wesentlich geringeren Energieverlust aufwies. Im Mai 1885 erwarb er von Nikola Tesla, der seine Wechselstromtechnik in Konkurrenz von Edisons Gleichstromtechnik entwickelt hatte, die Rechte für ein Wechselstrom-Mehrphasensystem. Diese Hinwendung Westingshouses zur Wechselstromtechnik löste die unter dem Begriff “Stromkrieg” bekannt gewordene  Auseinandersetzung aus, die erbittert insbesondere von Seiten Edisons betrieben wurde. Letztlich wurde der Stromkrieg durch Westinghouse gewonnen, nachdem die Westinghouse Company 1893 den Zuschlag für die Verorgung der Weltausstellung in Chicago mit elektrischem Strom erhielt. Wenig später erhielt das Unternehmen den Auftrag, die Stadt Buffalo im Staate New York mit Strom zu beliefern, der mittels dreier Generatoren, angetrieben durch die im 40 Kilometer entfernten Niagara-Wasserfälle angetrieben, erzeugt wurde. Die Anlage wurde 1896 in Betrieb genommen. Westinghouse Company stellte später u.a. Kühlschränke, Waschmaschinen und andere elektrische Gebrauchsgeräte her, die mit dem Werbespruch “You can be sure if it’s a Westinghouse” beworben wurden. Insgesamt erwarb Westinghouse über 400 Patente

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Arlington, National Cemetery.

Erfinder / Konstrukteure XII