Bilder: KN (25.07.2006)
Bild: KN (ca.1975)

Friedrichsdorf, Friedhof

Reis, Johann Philipp

 

 

  • geb. 7.1.1834 in Gelnhausen
  • gest. 14.1.1874 in Friedrichsdorf

Deutscher Lehrer; erfand - unabhängig von  Alexander Graham Bell - das Telefon. Schon als Schüler interessierte sich der Sohn eines Bäckers für Sprachen, Naturwissenschaften und Mathematik und beschäftigte sich während einer kaufmännischen Lehre, die er 1850 begann, intensiv mit diesen Wissenschaften, noch ergänzt um Physik und Mechanik und trat 1851 dem 1824 gegründeten Physikalischen Verein in Frankfurt am Main bei. Nach Beendigung der Lehre und Militärdienst in Kassel, war er von 1858 bis 1874 Lehrer am Garnierschen Institut in Friedrichsdorf (Taunus). 1860 baute er den Prototyp des Telephons und führte es am 21.10.1861 mit einer Leitung vom Hörsaal des Vereins zum Bürgerhospital in Frankfurt vor. Wegen der ablehnenden Haltung zu seiner Erfindung trat er 1867 aus dem Verein aus. Angeblich lautete der erste Satz, den er durch das Telefon sprach: “Das Pferd frißt keinen Gurkensalat!” Allerdings hatte bereits der in den Vereinigten Staaten lebende Italiener Antonio Meucci seit 1854 an einer ersten Fernsprechverbindung gearbeitet.

Inschrift: Seinem verdienstvollen Mitgliede, dem Erfinder des Telephons, der physiklische Verein zu Frankfurt a/M.

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Nipkow, Paul Julius Gottlieb

 

  • geb. 22.8.1860 in Lauenburg (Pommern)
  • gest. 24.8.1940 in Berlin

Deutscher Ingenieur und Erfinder; Sohn eines Bäckermeisters; beschäftigte sich bereits während seiner Schulzeit auf dem Gymnasium in Neustadt/Westpreußen mit praktischen Experimenten der Telefonie. Er studierte in Berlin Naturwissenschaften, u.a. bei Hermann von Helmholtz physiologische Optik und bei Adolf Slaby elektrophysikalische Probleme. sowie Mathematik. Er erfand die Nipkow-Scheibe, eine mit spiralförmig angeordneten Löchern versehene Scheibe, mittels der auf optisch-mechanischem Wege ein Bild in Punkte und Zeilen zerlegt wird. Auf die Idee war er nach eigenen Angaben am Heiligen Abend des Jahres 1883 gekommen. Diese Technik fand in den Anfängen der Fernsehtechnik bei der Aufnahme zur Bildabtastung Anwendung. Bei der Wiedergabe erfolgte der Fernsehbildaufbau nach einem Zeilenverfahren auf elektromechanischer Grundlage. Bei der Anmeldung seiner Erfindung beim preußischen Patentamt im Jahre 1884 begründete er seine Erfindung mit den Worten, daß die Apparatur geeignet sei “ein am Orte A befindliches Objekt an einem beliebigen anderen Orte B sichtbar zu machen”. Die Erfindung der Nipkow-Scheibe blieb seine einzige Erfindung vom bleibender Bedeutung, obwohl sich Nipkow auch weiterhin um Erfindungen bemühte. Sein Staatsbegräbnis, das die Nationalsozialisten arrangiert hatten, wurde vom Fernsehen übertragen.

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Bilder: Edwin A. Pleiner

Berlin-Pankow, III. Städt. Friedhof

Bilder: Alexander Krischnig (08/2006)

Kaplan, Viktor

 

  • geb. 27.11.1876 in Mürzzuschlag (Steiermark)
  • gest. 23.8.1934 in Unterach am Attersee

Österreichischer Maschineningenieur und Erfinder; der Familie eines Eisenbahnbeamten entstammend, studierte er nach dem Besuch der Volksschule in Neuberg an der Mürz und der Mittelschule in Wien von 1895 bis 1900 an der Technischen Hochschule Wien Maschinenbau. 1903 folgte er einem Ruf an die Deutsche Technische Hochschule in Brünn als Konstrukteur am Institut für Maschinenkunde, Kinematik und Maschinenbau. 1912 erfand er die nach ihm benannte Kaplan-Turbine, eine axial durchströmte Wasserturbine mit verstellbaren Laufradschaufeln, die erst im Jahre 1920 patentiert wurde. Diese Turbinen sind weltweit im Einsatz; zwei seiner Turbinen arbeiten bis auf den heutigen Tag am Brünner Stauseedamm.

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Unterach am Attersee, OT Au Mausoleum

Bild: Hartmut Riehm (10/2006)

Reichenbach, Georg Friedrich von

 

  • geb. 24.8.1771 in Durlach (heute zu Karlsruhe)
  • gest. 21.5.1826 in München

Mechaniker und Ingenieur; baute eine Kreisteilmaschine (1802), mit J.Fraunhofer optische Geräte (seit 1809), entwickelte Wassersäulenmaschinen zum Heben des Wassers für die Soleleitungen Reichenhall-Rosenheim (1810) und Berchtesgaden-Reichenhall (1817).

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München, Alter Südlicher Friedhof

Langen, Carl Eugen

 

  • geb. 9.10.1833 in Köln
  • gest. 2.10.1895 in Köln

Deutscher Ingenieur und Unternehmer; der Sohn des Zuckerfabrikanten Johann Jakob Langen erfand zusammen mit Nikolaus August Otto, den er 1864 kennengelernt hatte, 1867 einen atmosphärischen Gasmotor und hatte wesentlichen unternehmerischen Anteil an der Erfindung des Ottomotors (1876). Nachdem die 1864 gründete Firma "N.A. Otto Cie", die weltweit erste Motorenfabrik, pleite gegangen war, gründete Langen in Köln-Deutz mit Fremdkapital eine neue Firma für den Bau von Gasmotoren, wobei er die hohe Schulden Ottos übernahm. Außerdem verpflichtete er die Ingenieure Wilhelm Maybach und Gottlieb Wilhelm Daimler für neun Jahre zur Mitarbeit. Der vielseitig begabte und interessierte Langen gilt außerdem als Erfinder der Schwebebahnen von Wuppertal: er hatte Ende 1894 der Öffentlichkeit seine Idee von einer oberhalb des Straßenniveaus laufenden, kreuzungsfreien Personenbeförderungsbahn vorgestellt. Auf seine Anregung hin wurde auch in Dresden eine Hängebahn gebaut, die die Stadtteile Loschwitz und Oberloschwitz miteinander verbindet. Außerdem gründete er 1870 zusammen mit Gleichgesinnten in Elsdorf die Zuckerfabrik Pfeifer & Langen, die noch heute besteht. Langen starb an den Folgen einer Fischvergiftung, die er sich bei der Einweihungsfeier des Nord-Ostsee-Kanals zugezogen hatte.

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Bilder: Franz-Josef Mörsch jr. (09/2003)

Köln, Friedhof Melaten

Martin, Maria Clementine

 

  • geb. 5.5.1775 in Brüssel (damals Österreichische Niederlande)
  • gest. 9.8.1843 in Köln

Erfinderin und Nonne; die Tochter eines tirolisch königlich-kaiserlichen Offiziers ist die Erfinderin des Klosterfrau Melissengeistes, ein nach dem ätherischen Öl der Kloster-Melisse duftendes Heilpflanzen-Destillat. Sie wirkte ab 1792 in der Apotheke des Klosters in Coesfeld, wo sie sich mit der alten Kunst der Klostermedizin und deren Herstellung beschäftigte. Als Napoléon 1802 im Rahmen der Säkularisierung die Auflösung auch der Kloster verfügte, mußte sie ihren bisherigen Wirkungskreis verlassen und arbeitete als Krankenpflegerin. Während der Schlacht von Waterloo 1815 kümmerte sie sich um verletzte Soldaten. 1825 reiste sie schließlich nach Köln, wo sie den 86-jährigen Domvikar Gumpertz in dessen Haus betreute und sich um Kranken und Armen kümmerte. Im Jahre 1826 gründete sie das Unternehmen mit dem Namen Maria Clementine Martin Klosterfrau. 1829 gestattete Friedrich Wilhelm III., für ihre Produkte das preußische Wappen zu benutzen, das heute allerdings einem drei Nonnen darstellenden Emblem gewichen ist.

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Köln, Friedhof Melaten

Bild: Klaus Meinert (03/2009)

Restaurierter Stein

Erfinder / Konstrukteure VI